
1 Jahr Angriffskrieg
1 Jahr russischer Angriffskrieg auf die Ukraine: aus diesem Anlass gibt es am heutigen Freitag Aktionen in Siegen und Freudenberg. Ab 17 Uhr zieht die "Friedensgruppe Siegen" unter dem Motto "Das Herz schlägt für die Ukraine" in einem Demonstrationszug von der "Blue Box" an der Sandstraße auf den Kornmarkt in der Oberstadt. Dort werden einige Reden gehalten. Im Kurpark von Freudenberg richtet das "Aktionsbündnis für Frieden" einen "Lichtertreff" aus. Menschen aus Gesellschaft und Kirche werden sprechen.
Veröffentlicht: Freitag, 24.02.2023 05:40
Rund dreieinhalb Tausend Menschen aus der Ukraine sind vor dem Krieg in ihrem Heimatland zu uns nach Siegen-Wittgenstein geflohen. Das ist die traurige Bilanz, ein Jahr nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Einige Geflüchtete sind weitergezogen, der Großteil aber geblieben. Unfreiwillig.
Sagt Andree Schmidt von der Stadt Siegen. Sie leitet federführend eine der größten Unterkünfte für Ukraine-Flüchtlinge im Kreis: Das ehemalige Kredenbacher Krankenhaus. Da eine Heimkehr in die Ukraine den meisten Geflüchteten derzeit noch zu gefährlich ist, versuchen sich viele bei uns zu integrieren. Das beobachtet auch Tetyana Pankovska von der Friedensgruppe Siegen. Neben Hilfstransporten in die Ukraine hat die Gruppe auch einen Kinder- und einen Frauen-Chor gegründet.
Für die kommenden Monate sei auch noch der Aufbau einer Samstags- und Sonntagsschule für ukrainische Kinder im Siegerland geplant, um ihnen hier Unterricht in ihrer Heimatsprache anzubieten. Der findet im Moment nur sporadisch statt. Dazu gleich mehr. Zunächst zum Regelunterircht an deutschen Schulen für ukrainische Kinder. Der gehört zum ganz normalen Angebot für alle Geflüchteten, genauso wie etwa Kita-Plätze. Am Evangelischen Gymnasium in Weidenau werden derzeit beispielsweise 13 Kinder aus der Ukraine unterrichtet. Sie nehmen am normalen Unterricht teil und darüber hinaus an einem Deutschkurs, den Sandra Markovski leitet.
Auch Wanja besucht den Sprachkurs am EVau. Auch er musste sein Heimatland verlassen. In nur 11 Monaten hat er fast perfekt Deutsch gelernt. Wir haben den Zwölfjährigen im Radio Siegen-Interview gefragt, was er im vergangenen März auf der Flucht mitnehmen konnte. Es war nicht viel.
Mittlerweile lebt Wanja mit seiner Mutter in Weidenau. Sein Vater ist noch in der Ukraine.
Auch die Familie von Anna Baieva wurde durch die Flucht auseinandergerissen. Die 24jährige kam ebenfalls im März ins Siegerland und ist geblieben. Sie betreut vormittags ukrainische Kinder an der Adolf-Wurmbach-Grundschule in Kreuztal und gibt nachmittags den angesprochenen muttersprachlichen Unterricht für ukrainische Kinder im Siegerland. Wie für vermutliche alle Ukrainerinnen und Ukrainer ist auch für sie der heutige Jahrestag des Kriegsausbruchs ein ganz besonderer und trauriger Tag.
Für den Frieden in der Ukraine gibt es heute Nachmittag zwei Kundgebungen im Kreis. Jeweils ab 17 Uhr wird in Siegen und Freudenberg dem Jahrestag “1 Jahr Krieg in der Ukraine” gedacht.