
Charts-Sensation
Baden-Baden/Köln (dpa) - So viel Karneval war selten in Deutschland und seinen Charts: Die Bonner Brass-Gruppe Druckluft hat mit dem Karnevalshit «Karnevalsmaus» Platz eins der deutschen Charts erobert. Das teilte GfK Entertainment als Ermittler der Offiziellen Deutschen Charts mit. Druckluft sei die erste Karnevals-Band an der Spitze seit den Höhnern vor 19 Jahren («Wenn nicht jetzt wann dann?»).
Insgesamt seien diese Woche 21 Party- und Stimmungshits in den Top 100. Dieses Genre sei damit so stark vertreten wie seit der Karnevalssaison 2010 nicht mehr. Damals besetzten sie rund ein Drittel aller Positionen.
Aktuell mischen etwa noch die GroßstadtEngel mit («Gute Laune», Platz 4) außerdem Oimara («Wackelkontakt», 7), Mätropolis & DJ Aaron («Rakete», 13) und Breitner («Baby Bell», 14).
«Für uns als Band ein absoluter Traum»
GfK Entertainment zitierte die Band am Freitag nach Aschermittwoch, an dem der sensationelle Erfolg nun bekannt wurde, mit den Worten: «Mit der "Karnevalsmaus" auf Platz 1 der deutschen Single-Charts zu landen, ist für uns als Band ein absoluter Traum. Seit 17 Jahren machen wir gemeinsam Musik, haben als Schülerband ganz klein angefangen und stehen jetzt mit einer eigenen Single an der Spitze der deutschen Charts.» Sie seien dankbar, das erleben zu dürfen.
Der Song trifft auch einen Zeitgeist auf den Punkt, greift einen Sprachtrend auf. Seit einiger Zeit nennen sich Menschen in Deutschland oft gegenseitig Maus - «Büromaus», «Yogamaus», «Tanzmaus», als Anrede «Na, du Maus?», «Na, ihr Mäuse?», manche nennen sogar ihre Hauskatze «Maus».
«Maus» ist für sie längst mehr als ein Kosename, es ist ein Lebensgefühl. Das Besondere ist, dass die Bezeichnung dabei genderneutral genutzt wird. Statt Übergriffigkeit strahlt sie Verbundenheit aus.
Kaulitz-Brüder nennen sich «Mäuse»
Besonders bekannt gemacht haben diese Mäusigkeit/Liebmausigkeit die beiden Tokio-Hotel-Zwillinge Bill und Tom Kaulitz, die sich gegenseitig mit dem Nager-Namen ansprechen.
Der Song «Karnevalsmaus» ist mit seiner äußerst eingängigen Melodie («Ich bin 'ne Karnevalsmaus und ich geh' nicht ohne Kölsch aus dem Haus») auch anders tierisch - nämlich ein Ohrwurm.