"Plus" in Wilnsdorf

In der Gemeinde Wilnsdorf schließt der Haushalt für das Jahr 2021 mit einem "Plus" ab - die voraussichtlichen Einnahmen sind höher als die geplanten Ausgaben.

Eigentlich hätte er eine gute Nachricht zu verkünden, leitete Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler am Mittwoch das Pressegespräch zum neuen Gemeindehaushalt ein. Erstmals seit 2009 stehe im Ergebnisplan der Gemeinde Wilnsdorf ein Plus unterm Strich. 303 808 Euro beträgt der geplante Jahresüberschuss, bei Erträgen in Höhe von rund 43,2 Millionen Euro und Aufwendungen in Höhe von rund 42,9 Millionen Euro. Doch es gibt ein "großes Aber": „Das positive Ergebnis kommt nur zustande, weil uns das Land zu einem Buchungstrick zwingt, mit dem alle coronabedingten Finanzschäden komplett aus unserem Haushalt isoliert werden. Andernfalls müssten wir nämlich ein dickes Minus ausweisen.“ Voraussichtlich rund 2,1 Mio. Euro wird das Virus den gemeindlichen Haushalt im Jahr 2021 kosten, vor allem weil die Gewerbesteuer und der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer eingebrochen sind, aber auch wegen Mehrausgaben im Bereich Personal und Reinigung. Diese coronabedingten Ertragsausfälle und Mehraufwendungen müssen im kommunalen Haushalt aber fiktiv ausgeglichen werden, so verlangt es das COVID-19-Isolierungsgesetz. Ohne diese Isolierung würde sich das realistischere Jahresergebnis auf ein Defizit von 1, 8 Millonen Euro belaufen. Die Gemeinde plant in diesem Jahr keine Steuererhöhungen: Grundsteuern und Gewerbesteuer sollen stabil bleiben. 16,6 Millionn Euro sollen in die Infrastruktur der Gemeinde investiert werden. Die Schwerpunkte liegen im Bereich Schulen, Feuerwehr, Straßen und Gehwege. Zwei Millionen Euro sollen in gemeindeeigene Gebäude gesteckt werden. Jeden zweiten Euro, den die Gemeinde Wilnsdorf einnimmt, muss sie als Kreisumlage an den Kreis Siegen-Wittgenstein überweisen.

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