AWO Siegen-Wittgenstein

Die Arbeiterwohlfahrt kürzt den rund 1000 Beschäftigten in den Behindertenwerkstätten das Arbeitsentgelt auf den gesetzlich vorgeschriebenen Grundlohn von 99 Euro im Monat.

Die Corona-Pandemie macht den Behindertenwerkstätten der AWO in Siegen-Wittgenstein schwer zu schaffen: der Umsatz ist 2020 um 42 Prozent eingebrochen, so die AWO. Die Folge: die Arbeiterwohlfahrt kürzt den rund 1000 Beschäftigten das Arbeitsentgelt auf den gesetzlich vorgeschriebenen Grundlohn von 99 Euro im Monat. Bislang wurde noch ein Steigerungsbetrag oben drauf gelegt – dafür reiche es nun nicht mehr, so AWO-Geschäftsführer Dr. Andreas Neumann. Die Rücklagen seien aufgebraucht. Menschen mit Handicap bekommen als Werkstattbeschäftigte kein Kurzarbeitergeld, weil sie nur einen arbeitnehmerähnlichen Status haben. Sie sind auch nicht arbeitslosenversichert. Der Werkstattrat der Siegener AWO-Werkstätten will gemeinsam mit der Geschäftsführung auf diese Situation aufmerksam machen. Zusammen möchte man die Politik für dieses Thema sensibilisieren. Ein Vorschlag: der Grundlohn für die Beschäftigten in den Behindertenwerkstätten könnte künftig aus Bundesmitteln finanziert werden. So könnten die Werkstätten finanziell entlastet werden. Der gesetzlich vorgeschriebene Grundlohn würde damit für alle Beschäftigten sichergestellt. Langfristiges Ziel ist die Einführung eines Mindestlohns für Werkstattbeschäftigte.

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