56jähriger vor Gericht

Im Strafprozess um eine Brandstiftung in einem Hotel-Gasthof in Siegen will die Erste Große Strafkammer heute in einer Woche das Urteil verkünden. Gestern wurden die Plädoyers gehalten.

© Bernd Müller

Im April soll er Feuer in einem Siegener Hotel-Gasthof gelegt haben; deshalb muss sich ein 56jähriger Mann vor dem Landgericht Siegen verantworten. Im Laufe des Verfahrens war auch immer wieder der psychische Zustand des Angeklagten Thema. Bereits vor zwei Tagen hatte ein weiterer Sachverständiger dazu ausgesagt. Sein Gutachten hatte ergeben, dass der Mann nicht, wie zunächst vermutet, an Depression und Suizidgedanken leidet, sondern einen Hirnschaden haben soll. Donnerstagnachmittag sind die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehalten worden. In einem Punkt waren sich die Anwälte einig, dem Angeklagten müsse geholfen werden. Er sei kein schlechter, sondern ein kranker Mensch, so der Staatsanwalt zu Beginn seines Plädoyers. Trotzdem stelle der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, da weitere Brandstiftungen laut psychologischem Gutachten sehr wahrscheinlich wären. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine Unterbringung für zwei Jahre in einer psychiatrischen Klinik. Die Verteidigung verweist auf die widersprüchlichen Gutachten der Psychiater. Weil man eine Depression in Zusammenhang mit einer Alkoholsucht nicht ausschließen könne, plädiert sie auf eine Freiheitsstrafe unter zwei Jahren in einer Entzugsklinik. Das Urteil will die Strafkammer Freitag nächster Woche verkünden.

Weitere Meldungen