2020 sind im Kreis Siegen-Wittgenstein knapp 4.000 Menschen gestorben

2020 sind in Siegen-Wittgenstein rund 4.000 Menschen gestorben, insgesamt 316 mehr als der Mittelwert der drei Vorjahre. 61 Menschen sind im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben. Besondere Auffälligkeiten gab es zum Beispiel in Erndtebrück – hier gab es 11 Prozent mehr Tote als im Vorjahr. 


Im letzten Jahr gab es im Kreis Siegen-Wittgenstein deutlich mehr Tote als in den Jahren zuvor. Das hat eine Radio Siegen Recherche ergeben. 2020 sind hier bei uns 3 982 Menschen gestorben. Verglichen mit dem Durchschnittswert der letzten 3 Jahre waren das insgesamt 316 Menschen mehr. Das entspricht einem Plus von etwa 8,6 Prozent. Besondere Auffälligkeiten gab es zum Beispiel in Erndtebrück – hier gab es 11 Prozent mehr Tote als im Vorjahr. In Neunkirchen haben sich die Zahlen sogar fast verdoppelt. Dort gab es auch die mit Abstand meisten Coronatoten: 16. Aber die Coronatoten machen nur einen kleinen Teil am Anstieg aus. Kreisweit war jeder fünfte zusätzliche Tote ein Corona-Toter, in Neunkirchen jeder dritte. In zwei Orten gab es aber auch weniger Tote: In Bad Berleburg und in Burbach. Im Fall Bad Berleburg kann es damit zusammenhängen, dass die Einwohnerzahl da kontinuierlich zurückgeht. Und in Burbach gegebenenfalls damit, dass es in Burbach kein Krankenhaus gibt. Für den allgemeinen Anstieg kann es viele Gründe geben. Eine Erklärungsmöglichkeit wäre, dass wir allgemein älter werden und sich dadurch mehr Menschen in diesem potentiell gefährlichen Altersbereich befinden. Welche Rolle das Coronavirus hatte, kann nur Spekulation bleiben. Es können Menschen geschwächt zuhause gestorben sein, ohne dass ein Corona-Test gemacht worden wäre. Es können umgekehrt aber auch Menschen gestorben sein, weil sie den Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus gescheut haben.